24/7 mehr als eine Zahlenkombination!

 

Eine Kombination, mit der wohl nur die Wenigsten etwas anfangen können. Kommt jedoch noch das Wort Ehrenamt hinzu, fängt man an zu überlegen.

24/7 ist die Zeitangabe eines freiwilligen Feuerwehrmannes oder einer Feuerwehrfrau in Ausübung ihres Ehrenamtes, 24 Stunden, sieben Tage die Woche in der sie im Prinzip auf Standby stehen und sobald der Melder oder die Sirene heult, zum Feuerwehrhaus fahren um anderen Menschen und Mitbürgern aus Notlagen zu helfen, ohne Ansehen der Person oder Herkunft.

Dies ist eines von vielen ehrenamtlichen Tätigkeiten, die wir in Deutschland haben. Wenn man jetzt in den Medien, nicht nur in den jeweiligen Fachmagazinen liest, dass die Kassen der Kommunen immer weniger Finanzmittel für dieses Ehrenamt zur Verfügung stellen und dass man an Ausrüstung und Material sparen muss, fragt man sich als langjähriger Ehrenamtler, wo das noch hinführen soll.

Die Mitbürger nehmen es zur Kenntnis, machen sich dann aber nicht weitergehende Gedanken, wie es denn um die einzelnen Mitglieder der örtlichen Feuerwehr bestellt ist, denn sie sind ja 24/7 für sie da.

Der Tag der offenen Tür zeigt alles schön herausgeputzt, man zeigt stolz die Gerätschaften, die die Feuerwehr auf den Fahrzeugen hat, aber wenn man mal genau hinschaut, ist es meistens eine an diesem Tag andere "Einrichtung", die von der Bevölkerung am meisten genutzt wird, der Getränkestand, Bierbrunnen oder der Imbiss. Klar, Stärkung muss sein, jedoch sollte man sich auch mit den Mitgliedern der Feuerwehr mal drüber unterhalten, was man so beiläufig in den Tageszeitungen zu lesen bekommt, dass es am Nachwuchs fehlt und wie alt denn jetzt das Fahrzeug oder die Ausrüstung ist, die von den Feuerwehrleuten zum Einsatz kommt. Viele machen sich keine Gedanken über alles, da es ja schon seit Jahren immer da war und wenn die Sirene heult, fährt die Feuerwehr schon da hin und löscht, so die weitläufige Meinung und Ansicht der Bevölkerung.

Ich möchte auf keinen Fall in Abrede stellen, dass solche Gespräche nicht geführt werden, jedoch bilden sie eher die Ausnahme. Es ist das Offensichtliche, was angesprochen wird, wie es hinter den Kulissen aussieht, scheint dann eher nebensächlich zu sein, was ich persönlich eigentlich schade finde, denn wenn es hinter den Kulissen stockt, kann das was offensichtlich ist, nicht gezeigt werden.

 

Was steckt denn hinter dem Ehrenamt Feuerwehr?

Nun, in erster Linie eine Berufung anderen Menschen helfen zu wollen. Es bedarf nicht nur dieser Berufung, sondern noch viel mehr. Man investiert mehrere 100 Stunden seiner Freizeit, seines Urlaubes, um Ausbildungen absolvieren zu können, damit man genau weiß, wie das Gerät funktioniert oder wie man vorgehen muss, um anderen helfen zu können.

Übungsdienste, in denen das Erlernte vertieft und erweitert wird, denn , die technische Entwicklung geht weiter. Früher hat man mit einer Brechstange eine Autotür öffnen können, heute ist dies nur noch bedingt möglich, denn die neuen Fahrzeuge sind so stabil gebaut, dass man ohne Rettungsschere oder Spreizer nicht an die Verletzten herankommen kann. Dies alles muss erlernt werden, denn hinter der Tür ist ein Mensch, den es gilt, so schonend wie möglich zu retten.

Es ist die Begeisterung für Technik, die Kameradschaft, dass Funkeln in den Augen von kleinen Kindern, wenn man ihnen das Feuerwehrauto zeigt, auch wenn gerade ein Einsatz zu Ende gegangen ist und der kleine Junge oder das Mädchen vor dem Auto steht. Sicherlich auch der Aspekt, dass man als Feuerwehrmann oder Feuerwehrfrau ein gewisses Ansehen, gerade in den ländlichen Regionen genießt, zeichnet das Ehrenamt aus. Aber in erster Linie die Berufung und die Freude anderen Menschen helfen zu wollen und dies auch zu können.

Aber wie immer gibt es auch die Kehrseite, wie sieht es in den Feuerwehrleuten aus, wenn sie einen Kameraden verlieren oder zu einem Unfall gerufen werden, wo Menschen ihr Leben verloren haben oder wenn Kinder beteiligt sind? Wird dies mal bei einem Tag der offenen Tür hinterfragt? Ich selber habe das in meiner nun fast 25-jährigen Zeit als ehrenamtlicher Feuerwehrmann noch nicht erlebt, dass man mich fragte, wie geht es DIR nach so einem Erlebnis, wie wird das verarbeitet? Auch das gehört zum Ehrenamt.

Die Städte und Gemeinden als Träger der Feuerwehren haben in diesem speziellen Punkt rasch reagiert und entsprechendes Fachpersonal ausgebildet (auch dieses ist oftmals ehrenamtlich), damit es den Kameradinnen und Kameraden in solchen Situationen helfen kann.

Ehrenamtliche Tätigkeit ist noch viel mehr, jedoch sollte und dazu stehe ich, ein Ehrenamt wie das der Freiwilligen Feuerwehr nicht so stark den finanziellen Zwängen untergeordnet werden, sondern man muss und sollte eine gesunde Mischung für die Realisierung in Bezug von Anschaffungen finden. Sicherlich, als engagierter ehrenamtlicher Helfer möchte man gerne auf dem neuesten Stand der Technik sein, oftmals sind es die Kleinigkeiten, die einem helfen. Wenn man einen guten Draht zur Verwaltung hat, ist dies auch möglich, aber grundsätzlich, so wie es von einigen Schreibern in den Medien zu lesen ist, den Rotstift an diesem Ehrenamt anzusetzen, sehe ich persönlich als kontraproduktiv.

Was würden diese Herren sagen, wenn es bei ihnen brennt und die Feuerwehr kann nicht rasch genug und effektiv eingreifen, da ihr die Mittel gestrichen wurden, oder Feuerwehrleute aufgrund von mangelnder Schutzausrüstung Verletzungen erleiden und dadurch die Stärke der 24/7 Schicht reduziert wird? Denn wir alle machen dies ehrenamtlich, verlassen unsere Familie bei Feiern, an Feiertagen, stehen mitten in der Nacht auf, um unserer Berufung, anderen helfen zu wollen, nachzukommen.

Ich bin froh, dass es in der Feuerwehr, in der ich seit nun fast 25 Jahren tätig bin, immer gut gelaufen ist, sei es jetzt bei der Anschaffung von neuem Gerät oder auch bei der Auswahl für Lehrgänge. Alles in allem eine runde Sache und ich bin stolz ein Teil einer Gemeinschaft sein zu dürfen, die 24/7 für andere da ist und ich möchte meine Kameradinnen und Kameraden nicht missen. Ich wünsche mir, dass die Bevölkerung einfach mal fragt, sogar hinterfragt, wie sich das ein oder andere verhält, denn auch damit wird Respekt gegenüber allen, die ein Ehrenamt bekleiden gezollt.

 

Eckhard Schwabe

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