Historie der Feuerwehr Pirmasens

Schon seit Anfang des Siedlungswesens fürchtet der Mensch die stetige Feuergefahr für sein Hab und Gut. Es wurde deshalb recht früh die Notwendigkeit des Feuerlöschwesens in der Gemeinschaft erkannt. So war es auch in Pirmasens, schon lange bevor es 1763 zur Stadt wurde. Die Aufzeichnungen, die mit den Anfängen des organisierten Löschwesens beginnen, gehen in die Zeit zurück, in der die Bürger mit Eimern aus Leder oder Segeltuch bewaffnet, dem Feuer zu Leibe rückten. Es gab zu jener Zeit noch keine Fabriken und auch keine Kaufhäuser, aber es gab viele mit Stroh bedeckte kleine Wohnhäuser in engen und winkligen Gassen und viele Ställe und Scheunen. Die Feuerstätten waren noch recht primitiv, Kamine nicht überall vorhanden und es gab nur offenes Licht. Bereits im Jahr 1774 konnten in Pirmasens zwei Handspritzen angeschafft werden. Das Feuerwehrkommando lag damals in den Händen des Bürgermeisters Rind und des Senators Keller. Die Handspritzen mussten von Wasserträgern gefüllt werden. Bei der reformierten Kirche (heute Johanneskirche) und der Lutherkirche sowie in der Kaserne waren Leitern, Einreißhaken und sonstige Geräte stationiert. Die Wassereimer waren im Schloss und Rathaus aufbewahrt. Wenn die Sturmglocken der beiden Kirchen einen Brandausbruch meldeten, dann eilten die eingeteilten Bürger mit Eimern und anderen Gefäße, die sie in ihren Wohnungen bereit zu halten hatten, zum Brandplatz. Aus den vorhandenen Brunnen wurden die Kübel und Spritzen gefüllt. Die mitgebrachten Leitern wurden dazu verwendet, die Dächer zu beseitigen und abzudecken, damit man das Feuer ausgießen konnte, um so ein Übergreifen auf angrenzende Häuser zu verhindern. Mit den Einreißhaken (Feuerhaken) wurde das brennende Holzwerk herunter gerissen, oft auch das brennende Haus eingerissen. Der Wassertransport wurde von der gesamten Bevölkerung durch eine Eimerkette vorgenommen.
Wenn die Feuereimer durch viele Hände gereicht wurden, wenn nachts die Lichter der Pechpfannen und Strohkränze im Winde flackernd nur düster die Gassen und den Brandplatz beleuchteten und wenn die Wasserfuhren sich in den buckeligen Gassen langsam vorwärts bewegten, dann waren oft alle Familien komplett mit Kind und Kegel im Einsatz und von dem Willen getragen, retten und helfen zu wollen. In dem französischen Revolutionskrieg, der sich auch bis in die Pfalz auswirkte, fanden im Raum Pirmasens heftige Gefechte statt. Die Stadt wurde lange Zeit besetzt gehalten, wobei auch viele Feuerlöscheinrichtungen zerstört worden sind. So zum Beispiel wurden beim Abzug der französischen Truppen auch die beiden erwähnten Handspritzen geraubt und von Pirmasens nach Landau verschleppt. Diese Spritzen brachten später zwei Pirmasenser Bürger zu Fuß wieder zurück. Im Jahr 1861 ist die in der Maschinenfabrik Metz in Heidelberg gefertigte Große Feuerwehrspritze III Nr. 415 eingetroffen. Die beiden Handspritzen von 1774 waren veraltet und wurden nicht mehr in Betrieb genommen. Die erste Feuerlöschordnung, die am 28.09.1850 erlassen wurde, weist den berufenen Bürgern, wie Ratsherren, Gemeinderäten, Geschäftsleuten und Handwerkern ihre Aufgaben zu. Diese Feuerlöschordnung hatte bis 1868 Gültigkeit. Durch die geänderten Verhältnisse in der Stadt und aufgrund der Einführung des neuen Polizeistrafgesetzbuches war die alte Feuerlöschordnung unwirksam geworden. Im Jahr 1869 haben junge Bürgersöhne, die auf Geschäftsreisen oder Wanderschaft draußen rumgekommen waren, angeregt, den Beispielen anderer pfälzischer Städte folgend, auch in Pirmasens das Feuerlöschwesen auf eine neue Grundlage zu stellen. In einer Versammlung schlossen sich einige Bürger zusammen, um die erforderlichen Grundsätze festzulegen. Aus diesem "Comité" wählte man alsdann einen provisorischen Ausschuss. "Lange Zeit schon", so steht es in einem von diesem provisorischen Ausschuss verfassten Protokoll aus dem Jahr 1860, "fühlte man in hiesiger Stadt das Bedürfnis einer regelmäßig organisierten Feuerwehr, wie diese in allen Städten und teilweise schon in Landorten bereits besteht. Um dem abzuhelfen, vereinigten sich einige Bürger, eine solche ins Leben zu rufen". Bedingung für die Mitgliedschaft war, dass die Aufzunehmenden ihre aktive Militärzeit abgeleistet hatten und hier wohnhaft waren. Es meldeten sich 154 Mann, von denen jedoch vom "Comité" nur 119 Mann als tauglich und brauchbar erkannt wurden. Die Ausrüstung wie Helme, Beile, Gurte, Seile etc. sollte auf allgemeine Rechnung angeschafft werden, damit die Ausrüstungsgegenstände als Eigentum des Corps verbleiben und niemand sich später als Eigentümer bezeichnen konnte. Die Beschaffung der Bekleidung, bestehend aus einer einheitlichen wollenen blauen Jacke, hatte auf eigene Rechnung zu erfolgen. In der ersten Generalversammlung am 05.09.1869, die als Gründung des "Freiwilligen Feuerwehr-Corps Pirmasens" protokollarisch festgehalten ist, wurde Franz Pfeiffer mit 103 Stimmen zum ersten Kommandanten gewählt. Zweiter Kommandant wurde Conrad Arndt. Im November des gleichen Jahres konnte eine neue zweirädrige Metz′sche Spritze nebst Gerätschaftswagen, Rettungssack und Leitern angeschafft werden. Außerdem wurden 170 Helme in Auftrag gegeben. Aus den Protokollen der Anfangsjahre dieser Freiwilligen Feuerwehr ist zu entnehmen, dass auf strenge Disziplin größter Wert gelegt werden musste. Es waren für Versäumnisse bei Übungen und Bränden oft, ja sehr oft, Verweise ausgesprochen und andere Strafen verhängt worden. Beleidigungen von Vorgesetzten wurden mit Dienstgradentzug oder Ausschluss bestraft. Im Jahr 1877 hörte das bis dahin unter dem verantwortlichen Kommandanten Albert Schneider bestandene Feuerwehr-Corps auf zu existieren. In der am 19.09.1877 durchgeführten Generalversammlung, zu der nur eine kleine Anzahl der sowieso nur noch 96 Mann zählenden Ist-Stärke erschienen war, wurde einstimmig beschlossen, aufgrund dieser Tatbestände die Feuerwehr der Stadt Pirmasens aufzulösen. Dieser Beschluss wurde sofort dem Bürgermeister unterbreitet mit der Zusage, dass die wenigen verbliebenen Feuerwehrangehörigen ihren Dienst bis zum Aufbau einer neuen Wehr weiter versehen. Der Stadtrat ernannte am 07.12.1877 eine Kommission, um die Neugliederung vorzunehmen. Nach drei Sitzungen konnten am 11.02.1878 unter Vorsitz des damaligen Bürgermeisters Breith die neue Leitung bekannt gegeben werden. Neuer Kommandant wurde Louis Leinenweber. Damit war die Pflichtfeuerwehr ins Leben gerufen. Nach der abgeänderten Feuerlösch- und Dienstordnung waren alle Männer vom vollendeten 26. bis zum vollendeten 40. Lebensjahr zum Feuerwehrdienst verpflichtet. Immer wieder ist die Feuerwehr in den folgenden Jahren zu kleinen und großen Bränden gerufen worden und sie musste mit all den sich ergebenden Schwierigkeiten fertig werden. Das Alarmwesen musste ausgebaut, das heißt dem Wachsen der Stadt angepasst werden. In den 1880er Jahren trat im Löschwesen der Stadt eine bedeutsame Änderung ein. Die neu erstellte Wasserleitung mit eingebauten Hydranten machte bald die Wassereimer und Wasserfuhren überflüssig. Von nun an mussten mehrere Schlauch- und Hydrantenkarren beschafft werden, die in der Stadt verteilt waren. Das Feuer konnte jetzt wesentlich schneller bekämpft werden. Mit der neuen Einrichtung ist auch gleichzeitig die Mannschaftsstärke verringert worden, nachdem festzustellen war, dass bei Bränden die bisherige Zahl der Mannschaften zu groß und sich gegenseitig hinderlich war. Um die Wende zum vergangenen Jahrhundert wurde die Feuerwehr außerordentlich oft zu Bränden an Wohnhäusern, landwirtschaftlichen, gewerblichen und industriellen Betrieben alarmiert. Die Feuerwehrleute hatten dabei alle Hände voll zu tun, um diese zum Teil entstandenen Großfeuer zu bekämpfen. Besonders bei Bränden in Schuhfabriken wurden ganz bedeutende Werte vernichtet. Von den Fabrikgebäuden ragten oft nur noch die nackten Umfassungsmauern zum Himmel, während das Gebäudeinnere aufgrund der raschen Brandentwicklung bei der vorhandenen Bauweise und des leicht brennbaren Verarbeitungsgutes fast restlos ausbrannte. Durch das Wachsen der Wohnhäuser und der Fabrikgebäude in Anzahl und Größe mussten auch neue, größere, leistungsfähigere Geräte und längere Leitern, die inzwischen auch fahrbar waren, beschafft werden. Im Jahr 1905 ist mit der Ausarbeitung einer neuen Feuerlöschordnung begonnen worden. Die Bearbeitung bis zur Genehmigung durch das Königliche Bezirksamt zog sich über fünf Jahre hin, wurde dann aber am 17.10.1910 abgeschlossen. Laut dieser Fassung war es erstmals einzelnen feuerwehrpflichtigen Personen möglich - handelte es sich doch noch immer um eine Pflichtfeuerwehr - auf Ansuchen und aus besonderen, triftigen Gründen von der persönlichen Dienstleistung entbunden zu werden. Dafür musste eine vom Bürgermeisteramt festzusetzende Befreiungsgebühr an die Stadtkasse abgeführt werden. Neu in dieser Löschordnung war auch die Aufteilung der Wehr in zwei Hauptabteilungen: Die Alarmabteilung und die Allgemeine Wehr. Der Alarmabteilung, zunächst bestehend aus 25 Mann, oblag die Bekämpfung vorwiegend kleinerer Brände. Es hatte sich im Laufe der Jahre herausgestellt, dass bisher in jedem Fall auch zu kleinen Bränden die gesamte Wehr ausgerückt war, obwohl für die Brandbekämpfung nur wenige Leute genügt hätten. Die Allgemeine Wehr wurde nur noch bei Großbränden eingesetzt und musste dennoch sehr oft in Aktion treten. Mit der Neuformierung der Alarmabteilung bahnten sich auch in der Alarmierung Änderungen an. Es wurde daran gedacht, vor allen Dingen Führer und Mannschaften dieser neu gebildeten Abteilung an ein Alarmsystem anzuschließen, durch das sie in ihren Wohnungen durch Alarmglocken alarmiert werden konnten. Gleichzeitig wurde ebenso die Meldeeinrichtung verbessert. Der Einbau einer Anzahl von öffentlichen Feuermeldern im Stadtgebiet gestattete ebenfalls eine Beschleunigung bei der Feuermeldung. Die Einrichtung und Organisation bestand in dieser Form bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges. Der Krieg hinterließ auch bei der Feuerwehr seine Spuren, indem er durch Einberufungen und Tod sehr die Reihen lichtete. In den Nachkriegsjahren begann eine bedeutende Reorganisation, vor allen Dingen auf dem Gebiet der motorisierten Löschfahrzeuge. Durch die Anschaffung von Motorspritzen und einer Motordrehleiter in den Jahren 1923 und 1924, oder wie letztere damals genannt wurde, Automobildrehleiter mit einer ausziehbaren Länge von 32 Metern, begann eine neue Epoche auf dem Gebiet des Feuerlöschwesens. Bei künftigen Einsätzen rückten nun Fahrzeuge mit Klingeln und Rasselweckergeräuschen und Blaulicht an die Brandstelle. Jetzt mussten Chauffeure und ausgebildete Maschinisten diese Fahrzeuge für den Ernstfall besetzen und einsetzen. Der Beginn des Dritten Reiches 1933 brachte mit der politischen Umwälzung auch die Auflösung von Vereinen und Verbänden. Die Feuerwehr wurde in ihrem Charakter zunächst nicht davon berührt, jedoch im Jahre 1935 ist mit dem "Luftschutzgesetz" gleichzeitig ein "Feuerlöschgesetz" geschaffen worden. Damit begann eine allmähliche Verschmelzung mit der Polizei und brachte schließlich 1937 die Bezeichnung "Feuerlöschpolizei". Der Kommandant der städtischen Feuerwehr wurde von nun an mit "Kreisfeuerwehrführer" betitelt. Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges waren zunächst zirka 10 Mann der Alarmabteilung in der Schützenhalle und Anfang 1940 zirka 25 Mann im Exerzierplatz-Schulhaus kaserniert worden, um den Brandschutz in der von der Bevölkerung geräumten Stadt zu übernehmen. Zur Ausrüstung gehörte ein altes, noch Vollgummi bereiftes, dazu noch ein modernes Großlöschfahrzeug, eine Lafettenspritze und eine alte, ebenfalls noch Vollgummi bereifte Motordrehleiter. Dieser Fahrzeugbestand wurde während des Krieges durch vier Löschgruppenfahrzeuge ergänzt. Außerdem sind acht Tragkraftspritzen im Stadtbereich an verschiedenen Stellen stationiert worden. Bei unzähligen Bränden sowie Hilfeleistungen in Stadt und Landkreis, ebenso am Westwall, mussten die Feuerwehrmänner in diesen Kriegstagen rettend und helfend eingreifen. Nachdem die Stadt, mit Ausnahme von einzelnen Jagdbomber-Angriffen, zunächst von größeren Bombardierungen verschont blieb, wurde die Pirmasenser Wehr immer wieder zu überörtlichen Löschhilfen alarmiert; so zum Beispiel zu Einsätzen nach Saarbrücken, Zweibrücken, Kaiserslautern, Ludwigshafen und Frankenthal. Bei den Luftangriffen am 09. August 1944, 05. Januar 1945 und 15. März 1945 wurde Pirmasens schwer getroffen. Als es dabei Bomben und Schwefel vom Himmel regnete, war auch die städtische Feuerwehr fast pausenlos im Einsatz. Besonders stark betroffen wurde bei diesen Angriffen die Innenstadt. Zirka drei Viertel der Gebäude, darunter nahezu alle öffentlichen, waren zerstört, ausgebrannt und zum Teil dem Erdboden gleich gemacht. Auch die Geräte und Unterkunft der Feuerwehr blieben bei diesen Angriffen nicht verschont. Bereits bei dem Angriff im August 1944 wurde die Unterstellhalle am Exerzierplatz-Schulhaus getroffen, wobei das Dach ausbrannte; die dort unter gestellten Löschfahrzeuge konnten jedoch aus der brennenden Halle unbeschädigt gerettet werden. Gegen Ende 1944 wurden aus Pirmasens zwei Löschfahrzeuge abgezogen und einer anderen Stadt zugeteilt. Beim Bombenangriff am 15. März 1945 brannten zwei weitere Löschfahrzeuge in der Unterstellhalle am Exerzierplatz vollständig aus, so dass der Feuerwehr zur Erfüllung ihrer Aufgaben nur noch ein einziges einsatzfähiges Löschfahrzeug zur Verfügung stand. Die Motordrehleiter, die am Alten Friedhof stationiert war, und das alte, Vollgummi bereifte Löschfahrzeug waren dort schon vorher durch Kriegseinwirkungen außer Betrieb gesetzt. Pirmasens war nach dem Einmarsch der Amerikaner vom Krieg schwer gezeichnet. Die Bevölkerung war zum großen Teil evakuiert. Die zurück Gebliebenen versuchten zu retten und zu bergen, was noch erhaltenswert war und die Straßen von Schutt und Trümmern zu räumen. Nach Kriegsende wurden zunächst der Brandmeister Erich Neeff und anschließend der damalige Führer der Alarmabteilung Gustav Höpfner beauftragt, mit den wenigen noch in der Stadt anwesenden Feuerwehrleuten den Brandschutz in Pirmasens zu übernehmen. Die während des Krieges provisorisch errichtete Gerätehalle in der Ottostraße war erhalten geblieben. Sie diente dem nun eingesetzten Fahrer und Maschinisten Ludwig Jost als Stützpunkt für die Feuerwehr. Ein Personenwagen, der mit Standrohr, Hydrantenschlüssel und einigen Schläuchen beladen wurde, fand als Hilfslöschfahrzeug dort eine Unterkunft. Im Steigerturm in der Schäferstraße wurde im März 1946 eine Tagesbereitschaft von acht Feuerwehrmännern eingerichtet. Zu Einsätzen in der Nacht wurden die zur Feuerwehr verpflichteten Männer mit den inzwischen wieder instand gesetzten Luftschutzsirenen alarmiert. In den ersten Nachkriegsjahren gab es bei der Unterhaltung der Notunterkunft in der Ottostraße und des einzigen Löschfahrzeuges viele Schwierigkeiten zu überwinden. Nicht selten war die Improvisation der letzte Ausweg. Der in der Notunterkunft eingemietete Fahrer versah jahrelang Tag und Nacht mit ganz wenigen Ablösungen den Bereitschaftsdienst. Es kam auch in diesen Tagen nicht selten vor, dass der zugeteilte Treibstoff bei einem Einsatz aufgebraucht wurde. Dann musste eben bis zur nächsten Zuteilung bei "irgendwem" gepumpt werden. Mit der Währungsreform 1948 begann auch der Wiederaufbau der Feuerwehr. So konnte bereits Ende dieses Jahres ein großes Löschfahrzeug in Auftrag gegeben werden. Der Fahrzeugpark wurde nach und nach ergänzt und auf einen modernen Stand gebracht. Die Unterkunft in der Ottostraße wurde für die aufstrebende Feuerwehr bald unzureichend. In der Lemberger Straße entstand zu Beginn der 1950er Jahre eine Feuerwache, die 1954 mit Leben erfüllt wurde. Im Jubiläumsjahr 1969 wurden durch die Verwaltungsvereinfachungsgesetze und die damit verbundene Gebietsreform die ehemals selbstständigen Gemeinden Erlenbrunn, Fehrbach, Hengsberg und Winzeln aufgelöst und in die Stadt Pirmasens eingegliedert. Gleichzeitig trennte man den Ortsteil Niedersimten von der Gemeinde Simten ab. Niedersimten wurde Stadtteil von Pirmasens; Obersimten selbstständige Gemeinde im Landkreis. Mit der Umgemeindung der ehemaligen Pirmasenser Annexe Neuhof in die Stadt Rodalben gab Pirmasens auch Gemeindegebiet und die örtlichen Feuerwehrleute ab. Die Gemeinden Gersbach und Windsberg kamen 1972 als neue Stadtteile zu Pirmasens und somit erweiterte sich das Einsatzgebiet der Feuerwehr auf seine heutige Größe von 61 Quadratkilometern.
In den Auseinandersetzungsverträgen hatte sich die Stadt Pirmasens verpflichtet, die in diesen neuen Stadtteilen bestehenden Feuerwehren als eigene Löschzüge in die Freiwillige Feuerwehr einzugliedern und ihr gleich zu stellen. Es war selbstverständlich, dass diese Kameraden mit aller Herzlichkeit aufgenommen wurden. Inzwischen gibt es keine eigenen "Stadtteil-Züge" mehr. Sie wurden im Laufe der Zeit kameradschaftlich und organisatorisch vollständig in die Gesamtwehr integriert. Eine augenscheinliche Veränderung im äußeren Bild der Feuerwehr vollzog sich 1971, als die bisher roten Fahrzeuge eine "moderne" rot-weiße Lackierung erhielten. Die Wehrleute behielten ihre schwarzen Uniformen bsi zu Beginn der 1980er Jahre, als man zu der dann gängigen Kombination von blauer Latzhose und orangefarbener Einsatzjacke wechselte. Um die Kameradschaftspflege bemüht sich seit 1982 der Stadtfeuerwehrverband. Als eingetragener Verein richtet der Stadtfeuerwehrverband alle gesellschaftlichen Veranstaltungen aus und ermöglicht immer wieder Anschaffungen von Ausrüstung und Geräten, die von der Stadt nicht vorgenommen werden können. Stadtfeuerwehrinspekteur Karl Schäfer legte am 30. Juni 1983 nach 22 Jahren aus Altersgründen die Leitung der Feuerwehr in jüngere Hände. Er hatte die bis dahin längste Zeit als Wehrleiter in der Geschichte der Pirmasenser Feuerwehr verbracht. Für seine Verdienste um die Feuerwehr erhielt Schäfer die silberne Ehrenplakette der Stadt Pirmasens und das silberne Feuerwehrehrenkreuz. Hauptbrandmeister Manfred Schenk wurde am 01. Juli 1983 zum neuen Stadtfeuerwehrinspekteur ernannt. Damit vollzog sich nicht nur in der Führung der Feuerwehr ein Strukturwechsel. Das Durchschnittsalter der aktiven Feuerwehrleute lag fortan deutlich unter dreißig Jahren. Die Pirmasenser Feuerwehr erreichte eine Stärke von 130 Mann und aus den bis dahin zwei Zügen wurden bis 1985 drei Verbände mit dem entsprechenden Unterbau gebildet. Die Pirmasenser Feuerwehr passt sich den allgemeinen Entwicklungen stets an. 1990 begann die erste Frau in der bis dahin 121-Jährigen Geschichte der Pirmasenser Feuerwehr ihre Ausbildung. Aufgrund des großen Interesses gründete man 1991 eine Jugendfeuerwehr, die zum einen sinnvolle Jugendarbeit leistet und zum anderen den Nachwuchs für den Einsatzdienst sichert. Das 125-Jährige Bestehen feierten die 140 Aktiven 1994 mit einem dreitägigen Fest, mit buntem Musikabend und Festumzug unter großer Beteiligung der Pirmasenser Bürger.
Weiteren Grund für eine große Feier hatte die Pirmasenser Feuerwehr zu Beginn des neuen Jahrtausends: Am 02. März 2000 wurde die neue Feuerwache in der Gasstraße in Dienst gestellt. Schon seit vielen Jahren genügte die Feuerwache in der Lemberger Straße nicht mehr den Anforderungen. Über Jahre war der überwiegende Teil der Einsatzfahrzeuge ausgelagert in den Posthof in der Schachenstraße, später in die Messehalle. Einige Fahrzeuge standen auf dem viel zu kleinen Hof der Feuerwache im Freien. Mehrere Standorte für eine neue Wache wurden geprüft und dann wieder verworfen. Am Ende fiel die Entscheidung zugunsten des ehemaligen Geländes der Stadtwerke an der Gasstraße/Ecke Güterbahnhofstraße. Schon beim Richtfest am ... waren die Dimensionen des neuen Geländes mit einer Gesamtfläche von .... Quadratmetern zu erkennen. Beim Umzug Ende Januar 2000 waren die Feuerwehrleute - hauptamtliche und freiwillige - begeistert von ihrer neuen Wirkungsstätte. Mit einer geräumigen Halle für alle Einsatzfahrzeuge, zweckmäßigen Werkstätten, Schulungs- und Büroräumen, einer hochtechnisierten Einsatzleitstelle, Umkleide- und Sanitärräumen und nicht zuletzt auch wieder mit einem Schlauchturm ist die Feuerwehr Pirmasens mit heute rund 100 Aktiven auch räumlich "auf der Höhe der Zeit".

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